(übersetzt durch HW Kessler)
Im Jahre 1967 wurde Jerusalem wieder
zur vereinigten Hauptstadt des Staates Israel. Die Altstadt steht seitdem unter
israelischer Verwaltung. Jede israelische Regierung hat seither die andauernde
Verantwortung des israelischen Volkes bezüglich der heiligsten Stätte für die
drei großen monotheistischen Weltreligionen, des Tempelberges betont. Israel
bezeugte seinen großen Respekt für die Gefühle der moslemischen Gläubigen, als
es vor mehr als dreißig Jahren den Tempelberg und die darauf befindlichen
Heiligtümer unter die Verwaltung der Waqf, einer islamischen Treuhänderin,
stellte.
So unglaublich es erscheint,
verleugnen nun die moslemischen Behörden jedwege nichtmoslemische Bedeutung des
Tempelberges. Die Moslems hindern außerdem Archäologen daran den Tempelberg,
eine der wichtigsten Zeugnisse der Menschheitsgeschichte systematisch zu
erforschen.
In Israel hat man die momentane
Unmöglichkeit den Tempelberg archäologisch zu erforschen inzwischen akzeptiert.
Nicht akzeptieren kann man aber, das die moslemischen Behörden mit Bulldozern
und Schaufelbaggern durch den Berg graben und dabei die Zeugnisse unserer
Vergangenheit unwiderbringlich
zerstören.
Im Jahre 1996 haben die moslemischen
Geistlichen den seit Generatioen eingehaltenen Status Quo verletzt und zwei
riesige unterirdische Gewölbe aus der Zeit des zweiten jüdischen Tempels in
Moscheen umgewandelt. Beide Gewölbe, bekannt als Salomons Ställe und
Huldatorgewölbe waren niemals zuvor Moscheen. Die neue Moschee messen eine
Grundfläche von fast 15000 qm und ist damit die größte Moschee in Israel.
Im November 1996 öffneten die
Moselms zwei sogenannte Notausgänge für die neue Moschee. In nur drei Tagen
wurde der Ausgang in eine riesige Baugrube von 3000 qm und bis zu 12 Metern
Tiefe erweitert. Tausende Tonnen Aushub, in dem israelische Archäologen später
Artefakte fanden, die bis in die erste Tempelperiode zurückgingen, wurden von
den Moslems achtlos in das Kidrontal gekippt. Seit dem Aushub der Baugrube bis
heute sind Tausende Quadratmeter antiken Bodens mit Planierraupen geebnet,
zementiert und gepflastert worden, um nun als neuer Schrein für Moslems zu
dienen. Gleiches geschah ein jahr später mit dem uralten Gewölbe des
Huldatores. Im Februar und März 2001 wurde eine antike Bogenstruktur an der
Ostmauer des Tempelbergs mit Bulldozern zerstört, bevor Archäologen auch nur
Gelegenheit hatten, diese zu untersuchen. Die Moslem benötigten einen weiteren
„Notausgang“.
Im letzten Jahr regte sich, wenn
auch spät, in Israel öffentlicher Widerstand gegen die fortgesetzte Zerstörung
der Altertümer auf dem Tempelberg. Briefe wurden an den Premierminister gesandt
um ihn vor den schwerwiegenden und irreparablen Schäden, die unter grober
Mißachtung israelischen Rechts vonstatten gingen, zu warnen. Ein offener Brief,
unterzeichnet durch zahlreiche Prominente, wie Teddy Kollek, Ehud Olmert, Amoz
Oz und Haim Gouri, sowie 82 Parlamentsabgeordnete wurde an den Premier
geschickt. Es erscheint nicht verwunderlich, das viele Israelis erbost darüber
sind, daß die Gesetze zum Schutz der Altertümer gerade an einem der heiligsten
Orte der Menschheit einfach ignoriert werden. Weiterhin unterstützt die Polizei
diese Zerstörungen noch, indem sie der Presse den Zugang zu dem betroffenen
Areal verwehrt. Solches Verhalten kann auch durch „Sicherheitserwägungen“, die
längst nicht von allen Stellen geteilt werden, allein nicht begründet werden.
In den Augen der zivilisierten Welt erscheint es unmöglich, daß die archäologischen
Zeugnisse des Tempelberges durch die Moslems zerstört werden und Israel dieses
Treiben ignoriert. Das Komitee zur Verhinderung weiterer Zerstörungen von
Altertümern auf dem Tempelberg ist eine parteipolitisch ungebundende
Vereinigung von Menschen verschiedenster Berufe. Archäologen, Juristen, Lehrer,
Naturwissenschaftler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben sich in
dem Komitee zusammengeschlossen, um unabhängig von eigenen politischen oder
religiösen Überzeugungen weitere Zerstörungen von Altertümern auf dem
Tempelberg zu verhindern.
Das Komitee fordert von der
israelischen Regierung:
1. Die Zerstörung auf dem Berg zu
beenden
2. Den Berg für Medienvertreter
zugänglich zu machen
3. Der Behörde für Altertümer
endlich die Möglichkeit zu sichern, auch auf dem Tempelberg ihre Aufgaben zu
erfüllen
4. Den Status Quo auf dem Tempelberg
einzuhalten und notwendige Eingriffe nur soweit zuzulassen, wie es der Schutz
unseres archäologischen Erbes es gestattet.
Selbst im Moment gehen die
Zerstörungen im Ostbereich des Tempelberges weiter. Die Bauarbeiten der Moslems
zerstören weiter die einzig artigen Zeugnisse unserer Vergangenheit. Ohne
Respekt für den Wert dieses Erbes wird mit Baggern und Planierraupen in
archäologisch hochsensiblem Boden gewütet. Die Moslems schreckten nicht einmal
davor zurück antike Säulen mit Steinsägen in Scheiben zu schneiden, um damit
die neue Moschee zu pflastern.